Andacht und Teetrinken am 10.01.2026

Perfektionismus

Hallo liebe Freunde und Freunde der Freunde!

Kommenden Samstag, den 10.01.2026 um 16 Uhr, findet in der Königstraße 132 in 47798 Krefeld die nächste Quäker-Andacht statt, zu der Ihr wieder herzlich eingeladen seid.

Für alle, die möchten, gibt es im Anschluss ab 17 Uhr die Möglichkeit, sich mit der Bibel zu beschäftigen, Glaubensfragen zu diskutieren oder einfach nur Tee zu trinken.

Wir sind bisher noch nicht so intensiv darauf eingegangen, wie der Blick der frühen Freunde auf die Bibel war. Landläufig hört man unter liberalen Freunden, dass Quäker kein Glaubensbekenntnis und kein Dogma hätten. Deshalb wird es vielleicht viele überraschen zu hören, dass das nicht stimmt – oder zumindest nicht immer so war. Robert Barclay hatte 1690 einen Katechismus verfasst. Und das war kein Werk eines Einzelnen, sondern ein von der Generalversammlung genehmigter Text.

Der Text fasste die Überzeugungen der Mehrheit der damaligen Freunde zusammen. Er war aber trotzdem keine verbindliche Lehrmeinung und kein Ausschlusskriterium für eine formale Mitgliedschaft, denn die formale Mitgliedschaft entwickelte sich erst später. Auch hatte der Katechismus Barclays keine große und nachhaltige Resonanz. Mehr Widerhall fand seine Apologie von 1676 – allerdings vor allem in akademisch-theologischen Kreisen der Gegner. Für die frühen Freunde waren die persönliche spirituelle Erfahrung und der eigene Lebenswandel das Wichtigste. Der akademisch-theologische Betrieb wurde eher verachtet.

Ich denke, es ist ganz interessant, einmal in zwei Kapitel des Katechismus hineinzuschauen, die sich mit dem Konzept des Perfektionismus beschäftigen, das die frühen Freunde vertraten.

Das Charakteristische eines Katechismus ist, dass er wesentlich kompakter, aber auch abstrakter ist. Wann habt ihr das letzte Mal einen Katechismus in der Hand gehabt?

Wer Barclays Katechismus im Original lesen will, wird hier fündig: http://www.qhpress.org/texts/barclay/catechism/index.html