Andacht und Teetrinken am 26.07.2025

Warum die Quäker auf Liturgie verzichten Teil VI.

WARUM ES DIE QUÄKER AUF LITURGIE VERZICHTEN TEIL VI.

Hallo liebe Freunde und Freunde der Freunde!

Kommenden Samstag, den 26.07.2025 um 16 Uhr, findet in der Königstraße 132 in 47798 Krefeld die nächste Quäker-Andacht statt, zu der Ihr wieder herzlich eingeladen seid.

Für diejenigen, die möchten, besteht im Anschluss ab 17 Uhr die Möglichkeit, sich mit der Bibel zu beschäftigen, Glaubensfragen zu diskutieren und/oder einfach nur Tee zu trinken.

Das vorbereitete Thema gehört zu eine Themen-Reihe über das Verständnis des Gottesdienstes bei den Quäkern. Gestartet sind wir am 17.5.2025. Zum Nachlesen könnt ihr euch die Ankündigung noch mal ansehen.

ARBEITSTEXT ZU ROBERT BARCLAY

Weiter geht es mit Paragraph 14 und 15:

In Barklays Augen gehört der Gottesdienst der auf Äusserlichkeiten angewiesen ist zum alten Bund1 und verweist auf Johannes 18,36:

Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht überliefert würde, jetzt aber ist mein Reich nicht von hier.

Der Quäker-Gottesdienst wird nicht durch Gewalt geschützt und wenn man Opfer von Anfeindungen dabei wird, dann versucht man darin die Gelegenheit zu sehen, seine eigene Ernsthaftigkeit in der Nachfolge Christie unter Beweis zu stellen.2

Das festhalten an äusserlichen Formen beim Gottesdienst und der Glaube an die Notwendigkeit, das diese äusserlichenformen vor Störungen mit Gewalt geschützt werden können müssen, ist auch die Ursache für Religionskriege.3

Es wird von Barcly noch mal Johannes 4,23+24 zitiert:

Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.

Und leitet daraus ab, das es viel wichtiger ist, in welchen Geist man die Andacht oder den Gottesdienst abhält, und nicht so sehr in den Äusserlichkeiten4. Es geht nicht mehr darum, wie im alten Bund, physisch zu einen Tempel zu gehen und sich damit Gott zu nähern, sonder durch den neuen Bund kommt Gott durch Christus zu uns. Wir selbst sind zum Tempel für Gott geworden! Und er lehrt uns unmittelbar, wie wir ihm mit unseren Leben und Werken dienen sollen5. So wie es früher, im alten Bund wichtig war, den Temple Rein zu halten 6 damit Gott darin begegnet werden kann, so ist im Neuen Bund wichtig, das man sich innerlich reinigt.7:



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  1. Kapitel 11, Paragraph 14, Seite 521, “Denn der Gottesdienst des alten Bundes hatte einen äußerliche Herrlichkeit, einen Tempel, und mancherlei Zeremonien, und war voller äußerlichen Glanz und Majestär, hatte ein äußerliches Tabernakel oder eine Hütte und einen Altar, mit Gold, Silber und Edelgesteinen geziert; und die Vollziehung ihrer Opfer war an einen äußerlichen besonderen Ort, nämlich den äußerlichen Berg Zion, gebunden, und denjenigen, die da beten wollten geziemte, mit auf den äußerlichen Tempel zugekehrten Angesichtern zu beten. Und deshalb musste dieses alles durch einen äusserlichen Arm unterstützt und beschirmt werden. So konnten auch die Juden ihres Gottesdienstes nicht eher ruhig pflegen, als wenn sie vor der Gewalt ihrer äusserlichen Feinde sicher waren. Daher wenn ihre Feinde zu einer oder der andern Zeit den Meister über sie spielten, so wurde ihre Herrlichkeit verdunkelt, ihre Opfer unterbrochen, und die ganze Gestalt ihres Gottesdienstes verdorben. Darum beklagen, betrauern und beweinen sie die Zerstörung ihres Tempels, als einen unwiederbringlichen Verlust.” ↩︎

  2. Kapitel 11, Paragraph 14, Seite 522, “Gleichwie Jesus Christus, der Urheber desselben, sein geistliches Reich besass und innen hatte, da er von den Menschen unterdrückt, verfolgt und verworfen wurde8: Und gleichwie er, der Wut und Bosheit aller Teufel zum Trotz,” ↩︎

  3. Kapitel 11, Paragraph 14, Seite 523, “Und daher sind alle diejenigen Kriege, Schlachten und Blutvergiessen unter den Christen entsprungen. Weil sich ein jeder Teil seinen eigenen Weg und Gottesdienst durch den Arm des Fleisches zu verteidigen und zu schützen bemüht hat.” ↩︎

  4. Kapitel 11, Paragraph 15, Seite 523, “Denn erstens zeigt er, daß die Zeit nun herbei kommen sei, in welcher der Gottesdienst oder die Anbetung im Geist und in der Wahrheit geschehen müsste. Denn Der Vater suche solche, die ihn deshalb anbeteten.** So ist es denn kein solcher Gottesdienst mehr, der in Beobachtung äußerlicher Zeremonien be steht, damit er zu gewissen gelegten Zeiten oder Gelegenheiten verrichtet werden möge, und den der Mensch aus seinem eigenen Willen, und durch seine natürliche Kräfte verrichten kann.” ↩︎

  5. Kapitel 11, Paragraph 15, Seite 524, “Also verhält sich es auch jetzt unter dem neuen Bund. Da er nach seiner göttlichen Weisheit für gut befindet, seine Kinder auf einen viel himmlischeren und geistlicheren Pfad zu teilen, und ihnen einen weit leichteren und gemeinen Weg anzuweisen; und da er sich hierbei auch zum Zweck setzt, fleischliche und äusserliche Beobachtungen abzuschaffen, damit die Sonne mehr ein Auge auf eine innerliche Herrlichkeit, und auf ein innerliches Königreich, als auf ein äusserliches haben möchten; so hat er uns, zu einem Beispiel desselben, die Erscheinung seines geliebten Sohnes des Herren Jesu Christi gegeben, welcher uns (an statt dessen, daß Moses die Israeliten nur aus der äußerlichen Dienstbarkeit erlöste, und ihre Feinder äusserlich vertilgte,) durch sein Leiden und Sterben, das ihn durch die Hände seiner Feinde betraf, und dadurch er über den Teufel und seine Werkzeuge triumphierte, von allen seinen und unsern innerlichen Feinden erlöst hat, und noch erlöst. Und deswegen hat er auch einen innerlichen und geistlichen Gottesdienst eingesetzt, da Gott sein Volk nicht mehr an den Tempel zu Jerusalem, noch auch an die Beobachtung der äusserlichen Zeremonien und Gebräuche bindet; sondern das Herz eines jedweden Christen zu einem Tempel erwählt, worin er wohnen möge. Und daselbst erscheint er nun, und lehrt die Menschen, wie sie ihm in ihren äußerlichen Werken dienen sollen. ↩︎

  6. Vergleich Reinigung des Tempels in: Matthäus 21:12–17, Markus 11:15–19, Lukas 19:45–48, Johannes 2:13–16 ↩︎

  7. Kapitel 11, Paragraph 15, Seite 526, “Und gleich wie der äußerliche Tempel zuvor gesäubert und gereinigt, und alles befleckte Zeug desselben hinaus geschafft, ja der Ort vor die Hütten des Stifts mit bem feinsten Gold, als dem allerköstlichsten reinsten und kläresten Metall, überzogen seien musste, ehe die Herrlichkeit des Herrn herab stieg und denselben erfüllt; deshalb muß auch, der innerliche Tempel des Herzens, ehe Gott darinnen verehrt werden kann, von aller seiner Unreinheit, von allen seinen eitlen Gedanken und Einbildungen gereinigt sein, damit er geschickt sei, den Geist Gottes aufzunehmen und von ihm getrieben zu werden.” ↩︎

  8. Kolosser 2,15 “[..] er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt. In ihm hat er den Triumph über sie gehalten.” ↩︎