Andacht und Teetrinken am 11.7.2026

Nachbereitung der letzten Veranstaltung

Hallo liebe Freunde und Freunde der Freunde!

Kommenden Samstag, den 11.7.2026 um 16 Uhr, findet in der Königstraße 132 in 47798 Krefeld die nächste Quäker-Andacht statt, zu der Ihr wieder herzlich eingeladen seid.

Für alle, die möchten, gibt es im Anschluss ab 17 Uhr die Möglichkeit, sich mit der Bibel zu beschäftigen, Glaubensfragen zu diskutieren oder einfach nur Tee zu trinken.

Das Thema diesmal

Wir hatten am vergangenen Samstag, den 27.06.2025, Susan Crane und Albert Koolen bei uns in der Andacht. Beide haben – erwartbar – provokative Thesen dargelegt und vertreten. Gegen Ende habe ich noch Fragen der Teilnehmenden zugelassen, aber man merkte deutlich, dass die Konzentration unter der großen Hitze gelitten hatte. Deshalb habe ich diesen Teil bewusst kurz gehalten.

Ich möchte nun anbieten, das Gehörte in Ruhe nachzubesprechen. Mit ein paar Tagen Abstand kommen vielleicht neue Gedanken oder Fragen auf. Wir waren bei der Veranstaltung mehr als zwanzig Personen. Ich kann gut verstehen, wenn sich jemand aus Unsicherheit nicht zu Wort gemeldet hat. In einer kleineren Runde ist es oft leichter, sich einzubringen. Man konnte sich bei der Veranstaltung auch eingeschüchtert fühlen, wenn man eine vermeintliche Mehrheitsmeinung wahrnahm, die nicht der eigenen entsprach.

Ein Thema, das ich gerne im Nachgang noch einmal aufgreifen würde, ist die Frage nach der Positionierung von aktivem und passivem Widerstand.

Wenn Susan Crane durch Sachbeschädigung in Militäranlagen eindringt, ist das bereits aktiver Widerstand. Und das Schlagen mit Hämmern auf Militärgerät ist mindestens ein symbolischer Versuch der Entwaffnung.

Dass solche Handlungen als Bedrohung und Gefahr wahrgenommen werden müssen, liegt auf der Hand. Wenn man zwei bewaffnete Gruppen mit zwei Kampfhunden vergleicht, die aufeinander losgehen wollen, und nur einem davon hat man einen Maulkorb angelegt und ihn an die Leine genommen, kann man kaum erwarten, dass das gut ausgeht. Die eine Konfliktpartei wird es ausnutzen wollen, dass die andere geschwächt wurde. Denn es ist klar, dass dies nicht freiwillig geschah und dass die Gegenpartei keine friedlichere Gesinnung hat, nur weil ihr die Mittel genommen wurden.

Was ich damit sagen möchte: Was haben wir als Pazifisten davon, wenn wir als Bedrohung oder Gefahr wahrgenommen werden? Damit disqualifizieren wir uns als Verhandlungspartner und Vermittler. Sich selbst zu Gewaltverzicht zu verpflichten und die Konsequenzen zu tragen, ist das eine – andere dazu mit Gewalt zu zwingen, ist etwas anderes.

Ich finde es legitim, vor militärischen Konflikten zu fliehen und niemanden darin zu unterstützen, Kriege zu führen. Ich finde es auch richtig, das eigene Leben zu riskieren, um Konfliktparteien ins Gespräch zu bringen. Aber wie groß wären die Chancen der Quäker als Vermittler im Nordirlandkonflikt gewesen, wenn die IRA hätte befürchten müssen, dass ihre Waffenlager durch die Quäker bedroht gewesen wären?


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